HOME
MYTHOS PORSCHE
PROTOTYPEN
356
SPEEDSTER
URELFER
NEUNZWÖLFER
911 G-MODELL
911 SONDERMODELLE
911 964
911 991
911 993
911 996
911 997
911 CARRERA RS
911 GT1
911 GT2 / GT2 RS
911 GT3
911 GT3 RS
911 TURBO
959 UND 961
CARRERA GT
914
TRANSAXLE
MOTORSPORT
SPORTS CUP SUISSE
RENNWAGEN
PORSCHE EVENTS
PORSCHE LITERATUR
PORSCHE MUSEUM
PORSCHE NEWS
PORSCHE TECHNIK
LINKS und MOVIES
LEIDENSCHAFTEN
IMPRESSUM / KONTAKT
BLOG & NEWS





Mit dem neuen Porsche 911 war die Firma Porsche in eine deutlich höhere Preisgruppe aufgerückt, “da hatten wir schon gewaltige Bauchschmerzen”, so der damalige Verkaufschef Harald Wagner. Die Produktion des zunächst noch parallel gebauten 356 ging 1965 zu Ende. Um nun aber den Wunsch der Kunden nach einem günstigeren Porsche zu erfüllen, wurde der 912 geschaffen.




Im April 1965 fand die Premiere dieses Modells statt, das zwar die Karosserie des 911 besaß, aber mit einem 4-Zylinder-Motor im Heck aufwartete. Mit 1,6 Litern entsprach der Hubraum dem des 356 Motors, doch das Triebwerk war modifiziert und in der Leistung auf 90 PS gedrosselt worden. Es bot daher mehr Elastizität und mehr Dauerhaltbarkeit, sprich Drehzahlfestigkeit.




Der 912 wurde als Europa-Typ vorgestellt und zunächst nur an die europäischen Verkaufsorganisationen ausgeliefert, weil die Zulassung für die Märkte in England und Übersee noch fehlte. Nachdem die entsprechenden Gesetzeshürden genommen waren, avancierte der 912 speziell in den USA zu einem Verkaufsrenner.







Der Typ 912 wurde von vielen damals als Vernunftlösung oder Porsches “Brot-und-Butter-Auto” bezeichnet. Er war die Antwort auf den Wunsch vieler Porsche Kunden nach einem preisgünstigen Modell. Optisch war der 912 kaum vom 911 zu unterscheiden. Am Armaturenbrett gab es beispielsweise keine Teakholzimitation, ein Kunststoff- statt eines Holzlenkrads und weniger Anzeigeinstrumente.




Der 90 PS starke Vierzylinder-Boxermotor im Heck sorgte zwar für keine überragenden, aber dennoch angemessene Fahrleistungen. Da dieses Triebwerk leichter war als der Sechszylinder im 911, ergab sich eine bessere Gewichtsverteilung, was den Fahreigenschaften wie beispielsweise der Richtungsstabilität zugute kam. In Kurven verhielt sich der 912 gutmütig, grundsätzlich war er ein Untersteuerer, und die sanfte Gewalt des Motors erlaubte nur ein leichtes Übersteuern. “Die einzige Möglichkeit, das Heck zum Ausbrechen zu bewegen, ist plötzliches Bremsen in der Kurvenmitte”, schrieb die Fachzeitschrift Car & Driver über ihre Fahrversuche.

Wie gut der 912, ankam bewies die Tatsache, dass er schon in seinem ersten Produktionsjahr deutlich mehr Käufer fand als der 911.







Der 912 hatte sich dem 911 optisch weiter angeglichen, was durchaus einen Imagegewinn mit sich brachte. Folgende Modifikationen wurden für das neue Modelljahr aufgelistet: stärkere Hupe, neue Türschlösser, neue Griffe am Aschenbecher und Handschuhfach, neuer Teppich, Tunnelabdeckung mit Teppich, Sonnenblende schwarz/weiß, Signaltaste, neuer Porsche Schriftzug, Typenbezeich-nung unterhalb des Lüftungsgrills, fünf Anzeigeinstrumente.


ab MJ 1967 serienmässig mit 5 Rundinstrumenten...


Besonders aber machte sich die neue Motoraufhängung positiv bemerkbar, wodurch weniger Schwingungen auf die Karosserie übertragen wurden und deshalb der 912 wesentlich kultivierter wirkte.




Ab Frühjahr 1967 konnte das Einsteigermodell von Porsche auch endlich als Targa erworben werden, obwohl diese Variante schon 1965 auf der IAA in Frankfurt zu sehen war. Der 912 hatte besonders in den USA viele Freunde. Er wurde von Porsche als “ein Auto für Kenner und Könner” beworben, und auto motor und sport zog Parallelen zu Porsche ‏356 Zeiten: “Mit seinem sanften Charakter bei dennoch überdurchschnittlichen Fahrleistungen nimmt der 912 im Porsche Programm heute die Stelle ein, die früher der 60 PS-Dame zukam.”







Die Beliebtheit des 912 hielt an, auch als Dienstfahrzeug der Polizei kam er in aller Welt zum Einsatz. “40 Polizeiwagen, hauptsächlich 912 Targa und einige Sechszylinder-Coupés, wurden allein im Jahre 1967 ausgeliefert”, verriet eine zeitgenössische Pressemitteilung. Für das Modelljahr 1968 versprach Porsche “eine Preisüberraschung beim 912”. Tatsächlich wurde der Vierzylinder Porsche in Deutschland 600 DM billiger, aber dafür hatte er einen Konkurrenten in den eigenen Reihen erhalten, den 911 T mit gleicher Ausstattung, aber 6-Zylindermotor.




Der 912 des Jahres 1968 kam wie der 911 in den Genuss von “zehn neuen Sicherheitspunkten”: 1. Versenkte Türöffnungsknöpfe, 2. Mattierte Scheibenwischer um die Blendgefahr zu verringern, 3. Befestigungsmöglichkeit für Gurte im Fond, 4. Größere Außenspiegel, 5. Aschenbechergriffe aus Gummi, 6. Verbundglaswindschutzscheibe mit größerer Festigkeit, 7. Blendfreies, elastisches Armaturenbrett, 8. Halogennebelscheinwerfer, 9. Breitere Felgen (5 1/2 Zoll) 10. Zweikreis-Bremsanlage.







“Vorhang auf für die Porsche Modelle 1969”, stand auf der damaligen Pressemitteilung, die zahlreiche Neuigkeiten verkündete. Mit leicht verbreiterten Kotflügeln, einem neuen Heizungs- und Belüftungssystem mit dreistufigem Gebläse sowie einem um 57 Millimeter verlängerten Radstand rollte der 912 an den Start ins Modelljahr 1969.




Auch die Ausstattung war deutlich aufgewertet worden und beinhaltete beispielsweise eine heizbare Heckscheibe, eine Warnblinkanlage, ein beleuchtetes Handschuhfach und ein kleineres Lenkrad mit gepolsterter Huptaste. Gegen Aufpreis waren Leichtmetallfelgen in der Größe 5 1/2 x 14 oder 6 x 15 mit jeweils 185er Reifen erhältlich. Erstmals bei Porsche fanden sich übrigens elektrische Fensterheber in der Liste der lieferbaren Extras.

Der abblendbare Innenspiegel war nun direkt an der Frontscheibe befestigt und so konstruiert, dass er sich bei einem Aufprall sofort aus der Verankerung löste. Der Sicherheit zugute kamen auch vergrößerte Bremsen vorne und hinten. In seinem letzten Baujahr hatte der 912 seinen höchsten Reifegrad erreicht.











Die Typenbezeichnung 912 feierte 1975 zumindest in den USA eine Wiederauferstehung. Dort war der Ruf nach einem sparsameren Modell laut geworden, und so verpflanzte Porsche in die Karosserie des 911 2,7 Liter einen 4-Zylinder-Motor. Das Aggregat mit zwei Litern Hubraum stammte aus dem VW Porsche 914/4, besaß eine L-Jetronic und war natürlich abgasentgiftet.




Die Abgasrückführungsanlage musste alle 30 000 Meilen überprüft werden, worauf ein dann aufleuchtendes Kontrolllämpchen den Fahrer aufmerksam machte. Die Motorleistung betrug 90 PS bei 4900/min, und wegen der niedrigen Verdichtung von 7,6:1 konnte Normalbenzin getankt werden.

Die Ausstattung war bei diesem Modell zwar ein wenig vereinfacht worden, “doch im Material, in der Verarbeitung und im Finish ist der 912 E von hoher Porsche Qualität”, stellte das amerikanische Magazin Road & Track fest. Das Leben des 912 E währte nicht lange, er wurde nur ein Jahr lang gebaut, in einer Auflage von 2099 Exemplaren.





Quelle Porsche AG