911 GT3 RS des Typ 996 (Serie I, 280 kW) auf der Frankfurter IAA im Jahr 2003. Rote Seiten-streifen als Reminiszenz an den legendären 911 Carrera RS 2.7.Auf Basis des überarbeiteten Porsche 996 GT3, der mit nun 280 kW erhältlich war, legte Porsche im Herbst 2003 eine limitierte Serie des GT3 Clubsport auf. Sie hörte auf die Bezeichnung GT3 RS und war durch konsequenten Leichtbau gegenüber dem Serienpendant um 20 kg leichter und zeichnete sich durch noch bessere Fahreigenschaften und eine kürzere Dauer (4,4 Sekunden beim RS statt 4,5 Sekunden beim Serien-GT3), die für den 0-100-km/h-Sprint benötigt wurde, aus.
Äussere Unterscheidungsmerkmale waren die je nach Kundenwunsch in Rot oder Blau ausgeführten Seitenstreifen, welche als eine Hommage an den legendären Porsche 911 Carrera RS zu verstehen waren (siehe Foto rechts), welcher Anfang der 1970er Jahre den Grundstein für die Motorsporterfolge des Porsche 911 legte und zu seiner Zeit für die Porsche-Enthusiasten das verkörperte, was für die heutigen Porsche-Kunden nicht nur der GT3, sondern vielmehr der GT3 RS darstellt, genauer, das von Porsche so häufig umworbene Fahren in seiner schönsten Form. Angeboten wurde der RS, wie er von den Porsche-Fanatikern genannt wurde, weltweit mit Ausnahme der USA und Kanada. Der Grundpreis in Deutschland betrug 120.788 Euro inklusive Mehrwertsteuer.
Die Hülle des „RennSport-wagen“ 911 GT3 RS ist fast komplett in der einzig erhältlichen Lackierung Carraraweiß (nicht Carreraweiß) gehalten, Ausnahmen bilden hier nur die Türflanken oberhalb der Schweller sowie jeweils der linke und der rechte Teil der Front- und Heckschürze, welche mit den ausschließlich in Blau oder Rot erhältlichen Folienschriftzügen GT3 RS bzw. deren Ausläufern beklebt sind.
Sonstige optische Erkennungsmerkmale des bis dato spektakulärsten Serien-GT3 sind die vom 911 GT3 Cup übernommene mit mittig angebrachten 3 Entlüftungsschlitzen versehene Frontschürze, sowie der neu gestaltete obere Part des (ansonsten mit der Serie identischen) doppelstöckigen Heckflügels, der vollständig aus Karbon besteht und analog zu den beiden äußeren Rückspiegeln nur in Sichtkarbon erhältlich ist.
Das Herzstück des 911 GT3 RS ist wie das Triebwerk des 911 GT3 eine Weiterentwicklung des Rennsportaggregats aus dem Le-Mans-Doppelsieger 911 GT1. Identisch mit dem seit 2003 erhältlichen, serienmässigen 911 GT3, waren Motor und Getriebe zu einer Antriebseinheit verschraubt, der Antrieb erfolgte über Doppelgelenkwellen ausschliesslich auf die Hinterräder. Wie in allen Fahrzeugen des Porsche 911 seit dem Typ 996 üblich, ist es ein wassergekühlter 6-Zylinder-Boxermotor der für den Vortrieb sorgt.
Er ist mit 4-Ventil-Technik und dem von Porsche als VarioCam bezeichneten System zur drehzahl- und lastabhängigen Verstellung der Einlassnockenwellen ausgerüstet.
Die Ölkühlung des Saugmotors wird durch einen so genannten Öl-Wasser-Wärmetauscher sowie eine Trockensumpfschmierung mit externem Öltank sichergestellt. Das in Heckanordnung verbaute Aggregat schöpft aus einem Hubraum von 3.600 cm³ eine Maximalleistung von 280 kW (381 PS) bei 7.300 1/min, was einer spezifischen Leistung von 77,8 kW/l (105,8 PS/l) entspricht. Das maximale Drehmoment beträgt 380 Nm die bei 5.000 1/min zur Verfügung stehen. Die maximale Drehzahl liegt gangabhängig bei bis zu 8.200 1/min.
Charakteristische Eigenschaften des 911 GT3 RS Triebwerks sind neben dem gutem Ladungswechsel, ein durch das Bauprinzip des Boxermotors begünstigter guter Massenausgleich, sowie eine hohe Laufkultur gepaart mit hoher Drehfreudigkeit und sportwagentypisch gutem Ansprechverhalten. Übertragen wird die Motorkraft durch ein sportlich abgestuftes 6-Gang-Schaltgetriebe.
Die Verbindung zwischen Motor und Getriebe erfolgt hierbei über ein Einmassenschwungrad, das eine geringere Rotationsmasse besitzt als das im 911 GT3 verwendete Zweimassenschwungrad, und das bei lediglich leicht gesteigerten Getriebegeräuschen. Der wesentliche Vorteil, welcher aus der Verwendung dieser Rennsport-Komponente resultiert ist die gesteigerte Drehdynamik und das verbesserte Ansprechverhalten, auch bei niedrigen Drehzahlen. Die Stahlsynchronringe im 3. bis 5. Gang des 6-Gang-Schaltgetriebes gewährleisten präzise Gangwechsel auch unter sehr hohen Belastungen. Für den Einsatz im Motorsport lassen sich die die Übersetzungen der Gänge 2 bis 6 zur Anpassung an die jeweilige Streckencharakteristik austauschen.
Eindeutige Erkennungsmerkmale des 911 GT3 RS sind u. a. die in Rot oder Blau lackierten Felgen.Der 911 GT3 RS verfügt gegenüber dem 911 GT3 über eine weiter optimierte Fahrwerksgeometrie mit Radträgern, die mit denen der Porsche Rennwagen 911 GT3 R und GT3 RS identisch sind. Genau heißt das, sie verfügen über geteilte Querlenker an Vorder- und Hinterachse sowie eine spezielle, den Motorsportanforderungen angemessene Feder- und Dämpferabstimmung.
Dadurch garantiert das Fahrwerk des 911 GT3 RS ein besonders agiles Fahrverhalten, substantiell bessere Handlingeigenschaften im Vergleich zum Serien-GT3 und eine daraus resultierende, höhere Fahrsicherheit. Zudem sind über das Fahrwerk die Fahrzeughöhe, die Spur, der Sturz und die (Quer)Stabilisatoren für den Einsatz auf der Rennstrecke individuell einstellbar. Zur optischen Unterscheidung vom Serienmodell sind die Fahrwerksfedern des RS rot lackiert.
Der Leichtbau-Maxime folgend, ist der 911 GT3 RS mit gewichtsoptimierten, und je nach Kundenwunsch analog zur Farbe der Seitenstreifen in Rot oder Blau lackierten 18-Zoll-Rädern ausgestattet, welche vom 996 GT3 übernommen wurden, im Unterschied zu diesem aber serienmäßig mit Sportreifen versehen sind.
Die wesentlichen Vorteile, welche die Sportreifen bieten, sind eine deutlich bessere Traktion und das Potential für höhere maximale Querbeschleunigungswerte. Durch die weichere Gummi-mischung der Sportreifen wird zudem das Bremsverhalten verbessert, sowohl das Fahr- als auch das Einlenkverhalten sind bedeutend exakter und die maximalen Kurventempi sind im Vergleich zum GT3 höher.
Sollte es im Fall der Fälle dennoch einmal zu einem Traktionsverlust kommen, so sorgt das serienmässige Hinterachs-Sperrdifferential (Sperrwirkung Zug 40 %/Schub 60 %) für Einhalt und stellt wieder die maximal mögliche Traktion her. Damit trägt es zur Verbesserung des Beschleunigungsvermögens – insbesondere aus Kurven heraus – bei, und beschert dem RS auch ein feinfühligeres Handling in Kurven. Die Summe dieser Optimierungen verschafft dem RS letztlich auch wesentlich bessere Rundenzeiten auf der Rundstrecke.
Das Interieur des RS war großteils identisch mit dem des 911 GT3 mit Clubsport-Paket. Alle wesentlichen Anzeigen und Instrumente sind wie auch beim GT3 auf Anhieb im Blickfeld sowie in Griffweite des Fahrers, sämtliche Innenraumdetails sind nach ergonomischen Gesichtspunkten optimiert. Serienmäßig enthalten waren dabei auch die unter Porsche-Enthusiasten mittlerweile schon fast zum Kultgegenstand erhobenen Recaro-Sitzschalen mit dem oberhalb des Recaro-Schriftzuges angebrachten und 4-farbig ausgeführten Porsche-Wappen.
Seiner Bestimmung folgend war der Innenraum des RS spartanisch-sportlich und konsequent darauf ausgerichtet, den Passagieren möglichst ungefiltertes Rennsportflair zu vermitteln, was für das Interieur bedeutet, dass z. B. ein mit der Karosserie verschraubter Sicherheitsbügel, der für den eventuellen Einsatz auf Rennstrecken mit geringem Aufwand zum vollwertigen und FIA-zertifizierten Sicherheitskäfig erweitert werden kann (die dafür notwendigen Teile sind im Lieferumfang enthalten), nicht fehlen darf. Auch die Schalensitze sind dank eines schwer entflammbaren Stoffbezuges vollwertig motorsporttauglich.
Zusätzlich befindet sich an Bord noch eine Vorrüstung für den Einbau eines Batteriehauptschalters, mittels dem die gesamte Fahrzeugelektrik stillgelegt werden kann. Um dem Fahrer auch bei starken Bremsmanövern oder schnellen Kurvenfahrten bestmöglichen Halt zu bieten, liegt zusätzlich zum serienmäßigen 3-Punkt-Gurt noch ein 6-Punkt-Gurt für die Fahrerseite bei. Die Farbgebung der Gurte ist analog zur Farbe der Seitenstreifen, das heißt im Klartext: trägt das Fahrzeug rote Schriftzüge, sind auch die Sicherheitsgurte rot, bei blauen Schriftzügen hingegen sind auch die Gurte in blau ausgeführt. Die Interieurfarbe ist immer schwarz.
Interieur GT3 RS Rennwagen...
Der Dachhimmel des RS ist ebenso wie das manuell axial verstellbare 3-Speichen-Airbag-Lederlenkrad mit Alcantara überzogen. Am Lenkradkranz sowie am Schalthebel- und Handbremshebelgriff sorgt ebenfalls Alcantara für optimale Griffigkeit. Alle im Innenraum des GT3 RS angebrachten Kunststoffteile sind mit Softlack überzogen. Für eine nicht unwesentliche Gewichtseinsparung sorgt noch der Entfall des Handschuhfachs. Sollte es zu einem Feuer im Fahrzeug kommen, kann es mittels eines serienmäßig beigelegten Feuerlöschers schnell unter Kontrolle gebracht werden.