Die Idee zum Carrera GT stammt aus der Boxengasse von Le Mans. Nach dem 16. Gesamtsieg beim berühmten 24-Stunden-Rennen entwickelten die Ingenieure das Konzept weiter. Eigentlich nur um zu zeigen was technisch im Sportwagenbau möglich ist.
Eine selbsttragende Kohlefaser-Karosserie zum Beispiel, die eine Leistung von 612 PS und ein Tempo von 330 Stundenkilometern als Leichtigkeit des Seins verträgt. Unbegrenzter Fahrspaß inklusive. Statt ins Technikmuseum kam der Carrera GT auf die Straße.
Exakt 1.270 Stück wurden in Handarbeit produziert, weil Exklusivität manchmal ein Limit braucht. Als die Produktion im April 2006 eingestellt wurde, war er der meistverkaufte Hochleistungs-sportwagen der Welt.
Testfahrten auf der Nordschleife des Nürburgrings trugen wesentlich zur Entwicklung dieses Sportwagens bei. Verantwortlich dafür war maßgeblich Ex-Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, der unter anderem auch die Fahrwerksabstimmungsfahrten mit dem Carrera GT durchführte.
Röhrl vor dem neuen Porsche Museum...
Mit 7:32,44 Minuten für eine Runde hatte der Carrera GT kurze Zeit (vom 21. September bis 24. Oktober 2004) den Rundenrekord für straßenzugelassene Fahrzeuge auf dieser Strecke inne. Pilot bei dieser Rekordfahrt (Durchschnittsgeschwindigkeit: 164 km/h) war der Chefredakteur der Zeitschrift Sport Auto, Horst von Saurma; er wurde von Michael Düchting in einem Donkervoort D8 RS (7:18,01 Minuten) abgelöst.
Erstmals bei einem Serienfahrzeug bestehen das in Monocoque-Bauweise gefertigte Chassis und der Aggregateträger vollständig aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CfK). Durch die Mittelmotorbauweise ist der zentrale Hingucker des Carrera GT das lang gestreckte Heck, und hier vor allem die beiden Hutzen aus gelochtem Edelstahl. Das Dach des Carrera GT besteht aus zwei CFK-Schalen, welche im Kofferraum untergebracht werden können.
Das Downforce-Kit, bestehend aus einem komplexen Luftleitsystem am Unterboden, hilft dem Carrera GT mittels Ausnutzung des sogenannten Bodeneffektes auch bei hohen Geschwindigkeiten sicher die Spur zu halten. Er wird dabei von einem Heckflügel unterstützt, der ab einer Geschwindigkeit von 120 km/h ausfährt, um den Anpressdruck noch weiter zu erhöhen. Dieser Heckflügel kann aber auch manuell und im Stand ausgefahren werden.
Im Innenraum des Porsche überwiegt karges Design. Die Recaro-Sitzschalen aus Kevlar-Carbon-Verbund (10,3 kg) mit sehr gutem Seitenhalt und die Alu-Pedale versprühen Rennatmosphäre. Den Mittelpunkt des Innenraums bildet der Schaltknüppel, der höher angeordnet ist als bei „normalen“ Fahrzeugen, um einen kürzestmöglichen Weg vom Lenkrad zu gewährleisten. In Erinnerung an den legendären Porsche 917 ist der Schaltknauf aus auffälligem Balsa-Schichtholz gefertigt, konnte aber ab Modelljahr 2005 offiziell auch aus Carbon oder Leder bestellt werden.
Der Carrera GT kostete neu in Deutschland 452.400 € (390.000 zzgl. 16% Mehrwertsteuer). Dafür besitzt er eine umfangreiche Serienausstattung: So ist neben der PCCB-Bremsanlage (Porsche Ceramic Composite Brake/dt: Keramikverbundbremsscheiben) auch ein passendes, fünfteiliges Gepäckset (jeweils ein Kleidersack, der hinter den Sitzen zu befestigen ist; ein kleiner Beutel, der unter dem Schaltknauf Platz findet; eine Reisetasche, die genau in den 76 Liter großen Kofferraum passt; je eine Hand- und Aktentasche, die exakt zwischen Tür und Sitz passen) und eine zeitgemäße Sicherheitsausstattung mit an Bord des Wagens.
Ohne Aufpreis kann man sich ab Werk ein Navigationssystem (basiert auf demBecker Online Pro) und eine Klimaanlage integrieren lassen. Ebenfalls ohne Aufpreis waren die sechs Farben „GT Silber metallic“, „Schwarz“, „Basaltschwarz metallic“, „Fayencegelb“, „Indischrot“ und „Sealgrau metallic“ erhältlich. Für das Leder standen drei Farben zur Auswahl: Terra, Ascotbraun und Schwarz. Das Kofferset war immer im gleichen Leder wie das Cockpit. Ab Modelljahr 2005 konnten die Käufer ihren Wagen offiziell auch in einer Wunschfarbe („Paint-to-sample“) lackieren lassen (vorher nur „unter der Hand“) sowie die Farbe des Leders und der Zierleisten im Cockpit selbst bestimmen. Mittlerweile sind über 20 solcher „Paint-to-sample“-Farben bekannt geworden. Über die genaue Anzahl macht Porsche keine Angaben.
Die Produktion ist zur Wahrung des Fahrzeugwertes und der Exklusivität auf 1500 Einheiten limitiert. Am 28. Dezember 2005 gab Porsche bekannt, dass die Produktion wie geplant im April 2006 eingestellt werde. Bis zum Zeitpunkt dieser Mitteilung lagen erst ca. 1250 Bestellungen vor. Am 6. Mai 2006 verließ das letzte von insgesamt 1270 Kunden-Fahrzeugen die Manufaktur in Leipzig.
Christophorus N° 347...
In einem Bericht im Porsche-Magazin „Christophorus“ gibt Porsche selbst eine endgültige Produktionszahl von 1282 Fahrzeugen an. In dieser Zahl sind allerdings auch alle Vorserienfahrzeuge und seriennahen Prototypen mit eingerechnet.
Quelle: Porsche AG
Es gibt Tuning-Kits von TechArt und anderen Tuning-Firmen, die die Leistung auf etwa 480 kW (653 PS) bis 515 kW (700 PS) anheben.
TechArt...
Der Tuner 9ff steigerte die Leistung mittels Bi-Turbo-Aufladung und Bearbeitung weiterer Motoren-teile auf 671 kW (912 PS). Ausserdem gibt es Auspuffanlagen ohne Schalldämpfer.
GT T900 von 9ff
Das umfangreichste Tuning-Paket liefert die Firma Gemballa, die den Carrera GT so weit verändert. Das Fahrzeug heisst daher Gemballa Mirage GT. Gemballa hat dieses Fahrzeug auf 25 Exemplare limitiert.