Nach fast zehnjähriger Carrera-Abstinenz - der letzte offiziell "Carrera" benannte Porsche-Typ war ein 356C - legte Porsche sich diesen Typennamen erst wieder zu, als es auch ein entsprechendes Modell gab.
Um bei den GT-Wagen in der Motorsport-Szenerie den Anschluss wieder herzustellen, bedurfte es unbedingt eines neuen, konkurrenzfähigen Serien-modells. Vom entsprechenden Typ mussten darüber hinaus, mindestens 500 Exemplare gebaut werden, um die Teilnahmeberechtigung in der GT-Kategorie zu erhalten.
Der 911 Carrera RS-Prototyp mit der Fahrgestellnummer 13 hatte noch keinen Heckspoiler, aber bereits das 210 PS Triebwerk. Die Lackierung in Acrylblauviolett-metallic mit Diamant-Effekt war einmalig.
Im Oktober 1972 feierte der Carrera RS 2.7 seine Premiere auf dem Autosalon in Paris.
Porsche kalkulierte knapp und bot interessierten Kunden mit dem 911 Carrera RS 2.7 für 33'000 Mark ein Fahrzeug an, das es in sich hatte:
Knapp 960 Kilo fahrfertiges Gewicht, ein 2,7-Liter-Motor mit 210 PS und über 240 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Die Resonanz bei der Käuferschicht überraschte selbst Porsche: Die ersten 500 Stück waren bereits im November 1972 verkauft, und auch eine zweite, gleich grosse Serie, wurde nahezug problemlos unter die Leute gebracht.
Mit teilweise aufwendigen Modifikationen zur Gewichtsersparnis brachte der Carrera 100 Kilo weniger Gewicht auf die Waage als ein 911S.
Für Käufer, denen der "gestrippte" Carrera wieder zu mager ausgestattet war, gab es ein Sportpaket (ca. 700 Mark Aufpreis) oder gar ein Touringpaket (rund 2'000 Mark), um ihn zumindest optisch und im Innenraum wieder luxuriöser aussehen zu lassen.
Das Wahrzeichen des Carrera war sein Heckspoiler, auch auch Birzel oder Bürzel genannt.
Der 2.7 RS "wohnt" heute im Porsche Museum
Vom Carrera 2,7L RS (M472) wurden 1972 lediglich 1325 und vom RS (M471) 200 Exemplare gebaut.
Quelle Porsche AG
Porsche Carrera RS 2.7 - Porsche Experience TV
Der mit breiten Kotflügeln und einem neu geformten Spoiler versehene Carrera RS 3.0 war noch kompromissloser für schnelles Fahren gebaut als der 2.7 RS und auch wesentlich exklusiver. Von den nur 109 verkauften Exemplaren wurden knapp die Hälfte für Renneinsätze präpariert, die anderen wurden von ihren Besitzern im normalen Straßenverkehr gefahren. Das tat auch der deutsche Liedermacher Reinhard Mey, bis ihm damals zu seinem großen Bedauern der Carrera in Paris gestohlen wurde. Auch Langfinger wussten die Qualitäten dieses Heißbluts zu schätzen.
Der Dreiliter Carrera war fast doppelt so teuer wie der 2.7 RS, bot dafür aber auch einiges an Renntechnik. Das Fahrwerk entsprach weitgehend dem des 73er Carrera RSR und die Bremsanlage stammte aus dem Porsche 917. Durch die Verwendung von Dünnblechteilen und einer abgemagerten Innenausstattung konnte das Leergewicht auf rund 900 Kilogramm gedrückt werden, und damit hatte der auf drei Liter aufgebohrte und 230 PS starke Motor leichtes Spiel. “Die Art, wie sich der potente Sprinter in Bewegung setzt, sucht ihresgleichen – allerdings ohne reelle Chance, etwas Ähnliches zu finden”, beschrieb Klaus Westrup in auto motor und sport die Überlegenheit des Carrera.
Nur wenig mehr als fünf Sekunden benötigte der Sprinterstar, um auf 100 km/h zu beschleunigen. Bis in die heutige Zeit zählt der Carrera RS 3.0 zu den aufregendsten und faszinierendsten Autos der Welt.
Auflage: 109 Exemplare!
Quelle Porsche AG
Bis zum ersten Mal ein "Elfer" den Carrera Schriftzug tragen durfte, vergingen neun Jahre: Das war der 1972 vorgestellte 911 Carrera RS 2.7, ein 240 km/h schneller Sportler. Seine Optik prägte ein Motorraumdeckel mit Spoiler, auch Entenbürzel genannt, und hintere Kotflügelverbreiterungen.
Der RS war in vieler Hinsicht ein bemerkenswertes Auto; so wies er als erster Porsche 911 unterschiedliche Reifendimensionen auf; vorne wurden Pneus der Größe 185/79 VR 15 auf sechs Zoll breiten Felgen montiert, während hinten die damals breitesten produzierten 215/60 VR 15 Reifen auf Sieben-Zoll-Felgen zum Einsatz kamen.
Ab Oktober 1973 kam eine noch stärkere Variante hinzu: der 911 Carrera RS 3.0 mit 2994 ccm Hubraum und 230 PS Leistung. Dies war der erste Porsche mit einem großen Heckflügel und extrem breiten Kotflügeln, die die Einsatz von Rennreifen ermöglichten. Der RS 3.0 entstand in kleineren Stückzahlen (111), das das Reglement für die Gruppe 4 nur den Bau von 100 Fahrzeugen vorschrieb.
Quelle Porsche AG
1984 baute Porsche eine kleine Sonderserie von 20 leichtgewichtigen und leistungsstarken 911 SC RS mit Dreiliter-Saugmotor und konventionellem Heckantrieb. Dieses Kundenauto für den Breitensport wurde für den Einsatz in der Gruppe B homologiert. Dabei wurde besonders auf Einatzmöglichkeiten im Rallye-Sport geachtet. Daher stieg die Leistung durch einen höheren Ventilhub und Zylinderköpfe des Motortyps 935 lediglich auf 250 PS gegenüber der Serienversion (204 PS), was die Standfestigkeit erhöhte.
Fahrwerkskomponenten und Bremsanlage steuerte der 911 Turbo bei; die Verwendung von Aluminium, Kunststoff und Dünnglas drückte das Leergewicht auf 960 kg. Der 911 SC RS wurde ausschließlich in Weiß geliefert, denn so konnte er von privaten Porsche-Rennkunden mit der jeweiligen Sponsorlackierung versehen werden.
Die ersten Lorbeeren gewann der 911 SC RS in den Farben des Zigarettenherstellers Rothmanns gleich beim ersten Einsatz: Saeed al Hajri gewann 1984 die und 6.000 Kilometer lange Qatar Rallye um die Middle East-Meisterschaft.
Quelle Porsche AG
Technische Daten:
Modell: Porsche 911 SC RS Coupé, Baujahr: 1984
Motor: 6-Zylinder-Boxermotor, luftgekühlt, Zweiventiler, je 1 obenliegende Nockenwelle