Nüchtern betrachtet war der Porsche GT2 ein konkurrenzfähiges Modell für den Breitensport. Doch die Redakteure der Zeitschrift sport auto ließen den Gefühlen freien Lauf und kamen zu dem Schluss: „Der GT 2 ist das heißeste, was Porsche je für den Straßenverkehr angeboten hat.“ Denn wie vom Carrera RS gab es auch vom GT2 eine straßentaugliche Version, deren Motor 430 PS leistete.
Die Basis des GT2 bildete die Turbo-Karosserie, die mit angeschraubten Kotflügelverbreiterungen aus Kunststoff versehen wurde – eine praxisorientierte Lösung, denn bei Rempeleien auf der Rennstrecke wird dann nicht gleich teures Blech beschädigt, sondern günstigere und leichter zu wechselnde Kunststoffteile. Als aerodynamische Hilfen kamen ein Frontspoiler und ein einstellbarer Heckspoiler zum Einsatz. Der große Spoiler am Heck war mit seitlichen Lufteinlässen versehen, die dem Motor zugute kamen.
Gegenüber dem Turbo wurde das Gewicht um rund 200 Kilogramm reduziert. So bestanden die Fronthaube und die Türen aus Aluminium, die Seitenscheiben und das Heckfenster aus Dünnglas. Durch eine einfachere Ausstattung und den Verzicht auf Luxusaccessoires wie elektrische Fensterheber, das Weglassen der hinteren Sitzanlage und die Verwendung einfacher Sitzschalen konnten weitere Pfunde eingespart werden.
Das Sechsganggetriebe stammte aus dem Turbo, und durch die Wahl entsprechender Reifen mit größerem Abrollumfang konnte auf eine längere Getriebeübersetzung verzichtet werden. Bei den Rädern handelte es sich um dreiteilige Speedline-Felgen aus Aluminium mit Magnesiumstern, vorne neun und hinten elf Zoll breit. Der Allradantrieb wurde für den GT2 allerdings nicht übernommen. Dank einer asymmetrischen Hinterachssperre ergaben sich unterschiedliche Sperrwerte für Zug und Schub.
Den extrem sportlichen Charakter des GT2 unterstrichen ferner eine Federbein-Domstrebe, eine Tieferlegung um 20 Millimeter gegenüber dem Turbo, sowie das straffer abgestimmte Fahrwerk, das diverse Abstimmungsmöglichkeiten zuließ.
„Der GT2 wird so zur ultimativen Fahrmaschine – für jene hartgesottenen Elfer-Puristen, die sich nicht stören an den nur dezent gedämpften Geräuschen der Mechanik, den hörbar ineinander greifenden Zahnrädern und dem metallischen Gefühl beim Einrasten der Gänge“, kündigte das Fachblatt auto motor und sport den GT2 an.
Das zusätzlich für die Straßenversion angebotene Clubsportpaket beinhaltete rennspezifische Einrichtungen wie Überrollkäfig, Sechspunkt-Gurtanlage, Rennsitze, Batteriehauptschalter und Feuerlöscher.
Im April 1998 lebte der GT2 in einer etwas modifizierten Version wieder auf. Die wichtigste Änderung betraf den Sechszylinder-Boxermotor, der nun 450 statt zuvor 430 PS bei 5750/min leistete. Auch das Drehmoment hatte zugelegt. Es kletterte von 540 Nm auf stattliche 585 Nm bei 4500/min. Damit konnte sich der GT 2 nochmals dynamischer in Szene setzen. Heute zählt die GT2-Straßenversion des Modelljahrs 1998 zu den Raritäten, denn sie entstand in einer Auflage von nur 21 Exemplaren.
Quelle: Porsche AG
Motor
6-Zylinder-Boxer, luftgekühlt, je eine obenliegende Nockenwelle
pro Seite, zwei Abgasturbolader mit Ladeluftkühlung
Leistung
430 PS (316 kW) bei 5.750 1/min
(450 PS (331 kW) bei 6.000 1/min
Hubraum
3.600 ccm
Kraftstoffanlage
Bosch DME, Motronic M 5.2, Tankinhalt 92 L
Kraftübertragung
Sechsganggetriebe
Fahrgestell
Selbsttragende Karosserie mit vorderer Einzelradaufhängung
an Querlenkern und PCPherson-Federbeinen, Stabilisator,
hinten Einzelradaufhängung mit Mehrlenker-Hinterachse LSA
und Fahrschemel aus Leichtmetall, Schraubenfedern,