Die heutige Erfolgsbilanz des Stuttgarter Sportwagenherstellers – Porsche ist als kleinster unabhängiger deutscher Hersteller der profitabelste Automobilproduzent der Welt – basiert auf einer jahrzehntelangen Erfahrung im Automobilbau und Motorsport. Die Geschichte der Porsche-Sportwagen beginnt 1948 mit dem legendären Typ 356 „Nr. 1“, doch das ideelle Fundament der Marke bildet das technische Lebenswerk von Professor Ferdinand Porsche (1875-1951), das von seinem Sohn Ferry (1909-1998) weitergeführt wurde.
Schon 1931, mit der Gründung eines selbstständigen Konstruktionsbüros in Stuttgart, legte Ferdinand Porsche den Grundstein für das heutige Unternehmen und schrieb mit wegweisenden Auftragsentwicklungen Automobilgeschichte. In den vergangenen sechs Jahrzehnten hat Porsche viele Höhen und Tiefen erlebt. Doch dank effizienter Produktionsmethoden, einer klaren Markenführung und innovativen Modellen wie dem 356, 911, 914, 924, 944, und dem 928, dem Boxster und dem Cayenne, hat sich der ehemals kleine Sportwagenspezialist zu einem der erfolgreichsten Automobilhersteller der Welt entwickelt.
Diese einzigartige Historie ist für Porsche Ehre und Verpflichtung zugleich. Dem immer wieder geäußerten Wunsch von Kunden, Aktionären und Porsche-Fans nach einem adäquaten Präsentationsort der Unternehmensgeschichte entsprach der Porsche-Vorstand im Juli 2004 mit der Freigabe eines Museumsneubaus am Zuffenhausener Porscheplatz. Als ein architektonisches Testimonial für die Marke entsteht dort seit Oktober 2005 ein Museum, das als das spektakulärste von Porsche in Auftrag gegebene Bauprojekt in die Firmengeschichte eingeht. Gegen Jahresende 2008 wird der aufwändige Museumsneubau fertig gestellt sein und zum zentralen Ort der Porsche-Traditionspflege werden.
Der Stammsitz der Porsche AG ist Automobilfreunden auf der ganzen Welt ein Begriff: Stuttgart-Zuffenhausen. Bereits vor 70 Jahren übersiedelte das damalige Porsche-Konstruktionsbüro von der Stuttgarter Stadtmitte in das neu gebaute Zuffenhausener Stammwerk. Hier entstand 1938 die Nullserie des späteren „VW-Käfer“, und 1939 der Urahn aller Porsche-Sportwagen, der Typ 64 „Berlin-Rom-Wagen“.
1950 wurde der Stuttgarter Stadtbezirk zur Geburtsstätte der Sportwagen mit dem Porsche-Wappen. Heute werden in Zuffenhausen die 911-Baureihe sowie alle Porsche-Motoren produziert. Inmitten des Stammwerks und der Porsche-Werksniederlassung, unmittelbar am Zuffenhausener Porscheplatz, erhält nun auch die Porsche-Geschichte einen neuen Platz. Gemeinsam mit dem Porsche-Werk und dem Porsche Zentrum wird es an dieser historischen Stelle zur neuen Visitenkarte des Unternehmens.
Eines ist schon jetzt sicher – das von den Wiener Architekten Delugan Meissl gestaltete Porsche-Museum fällt auf. Obwohl das Gebäude noch nicht vollständig fertiggestellt ist, lässt sich die faszinierende Ausstrahlung des monolithisch geformten, fast schwebenden Ausstellungskörpers auf die Betrachter schon jetzt erahnen. In der mutigen und dynamischen Architektur spiegelt sich die Philosophie des Unternehmens wider und eröffnet erste Einblicke in die Erfahrungswelt des künftigen Museums. Es soll ein Zeichen des Ankommens und der Annäherung setzen und die Besucher mit sanfter Geste vom "Basement" aus in das Gebäude geleiten.
Mit ihrem Entwurf haben es sich die Architekten von Delugan Meissl es sich zum Ziel gesetzt, einen Ort des sinnlichen Erlebens zu schaffen, der die Authentizität der Produkte und das Leistungsspektrum sowie den Charakter von Porsche widerspiegelt. Zudem soll es dem Porscheplatz eine unverwechselbare Gestalt verleihen.
Das Museumsgebäude wird nicht zuletzt aufgrund seines außergewöhnlichen Designs für Aufsehen sorgen: Ein dynamisch geformter, monolithischer Körper wird von Betonkernen getragen und scheint über dem Boden und dem Erdgeschossniveau zu schweben. Dieser Anblick wirkt auf den Betrachter ungewöhnlich, aber präsentiert sich gerade dadurch besonders reizvoll, da das Gebäude sichtbar die Dynamik der Marke Porsche in Architektur übersetzt. Mit dem neuen Museum entsteht ein Ort, an dem Beständigkeit, Traditionsbewusstsein, aber auch Innovationsfreude deutlich sichtbar und spürbar gemacht werden.
Im Juli 2004 fiel die Entscheidung über das spektakulärste Bauprojekt in der Geschichte der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG. Insgesamt 170 Architekturbüros aus ganz Europa hatten sich ursprünglich darum beworben, das neue Museum zu bauen. Zehn Büros wurden schließlich zum Wettbewerb eingeladen, von denen sich die Wiener Delugan Meissl Associated Architects im Februar 2005 als Sieger durchsetzen konnten. Im Oktober 2005 erfolgte der Startschuss für den Beginn der Bauarbeiten.
Zum Jahreswechsel 2006/2007 konnten das so genannte "Basement" und die tragenden Kerne des Gebäudes fertiggestellt werden. Für Tiefgarage, Erdgeschoss, erstes Obergeschoss und zentrale Träger wurden bis zu diesem Zeitpunkt rund 21.000 Kubikmeter Beton verbaut. Der Stahlbau, welcher die Tragekonstruktion des 5.600 Quadratmeter großen Ausstellungsraums hält, wurde im Herbst 2007 erfolgreich fertiggestellt. Parallel dazu wurde mit Haustechnik und Innenausbau begonnen.
Nun geht es für die 40 Firmen und rund 250 Handwerker und Spezialisten vor allem im Bereich der Innenraumgestaltung in den Endspurt. Schließlich soll der futuristische Bau Ende 2008 seine Pforten für die Museumsbesucher öffnen.
Rund 80 Fahrzeuge und zahlreiche Kleinexponate werden im neuen Porsche Museum in einer einzigartigen Atmosphäre präsentiert. Neben weltberühmten Automobilikonen wie dem 356, 550, 911 oder 917 werden auch die technischen Hochleistungen aus den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts von Professor Ferdinand Porsche ausgestellt. Denn schon seit dieser Zeit steht der Name Porsche für den Anspruch, sich niemals mit einer technischen Lösung zufrieden zu geben, die nicht kompromisslos die an sie gestellten Erwartungen erfüllt und sich noch verbessern lässt.
Über einen spektakulären Aufgang werden die Besucher vom Foyer in den weitläufigen Ausstellungsraum geleitet und können sich hier einen ersten Überblick über die eindrucksvolle Sammlung verschaffen.
Nun liegt die Entscheidung bei dem Besucher. Entweder beginnt man chronologisch mit der Firmengeschichte vor 1948 oder wendet sich direkt dem Hauptteil der Ausstellung zu – repräsentiert durch die chronologisch ablaufende Produktgeschichte und die Themeninseln. Verbunden werden die beiden Teile dabei immer wieder durch das Rückgrat der Ausstellung: der „Idee Porsche“.
Im Rahmen der „Ideen“ wird aufgezeigt, was die jeweiligen Themen und Exponate so einzigartig macht. Sie erzählt vom Geist und der Leidenschaft, mit der bei Porsche gearbeitet wird und würdigt sowohl das Unternehmen als auch die Menschen hinter dem Produkt.
Das neue Museum informiert eindrucksvoll, klar und spannend über die gesamte Geschichte der heutigen Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG. Serienfahrzeuge haben dabei ebenso zum Bekanntheitsgrad beigetragen wie zahlreiche speziell für den Motorsport konzipierte Rennwagen. Porsche-Konstruktionen haben die individuelle Mobilität bereits seit den frühen Jahren der Motorisierung beeinflusst.
Das Ausstellungskonzept sieht vor, dass den beiden Epochen vor und nach 1948 jeweils separate Bereiche zugewiesen werden. „Idee Porsche“, „Produktgeschichte“ und „Themeninseln“ sind die drei Kernelemente der Museumskonzeption. Besucher werden bei ihrem Rundgang immer wieder diese drei Säulen der Ausstellung thematisch verknüpft vorfinden.
Die „Idee Porsche“ umfasst richtungsweisende und individuelle technische Lösungen für interessante Herausforderungen aus fast allen Bereichen der Mobilität. Besucher können ihr Wissen rund um Werte, Motivation und Philosophie vertiefen, die als Basis zum heutigen Erfolg des Unternehmens geführt haben.
Die „Produktgeschichte“ zeigt in einer chronologisch ausgerichteten Präsentation die Geschichte der Porsche-Sportwagen von den Anfängen 1948 bis hin zu den aktuellsten Modellen in ihrer technischen Vielfalt und ihrem individuellen Design.
„Themeninseln“ greifen einzelne, besonders wichtige Bestandteile der Porsche-Geschichte auf. Sie widmen sich dabei zum Beispiel einzelnen Baureihen wie der „Evolution 911“ oder fassen Fahrzeuge aus unterschiedlichen Epochen zusammen wie beispielsweise die großartigen Motorsportgeschichten von „Le Mans“.
Öffnungszeiten Porsche Museum Dienstag bis Sonntag von 09:00 bis 18:00 Uhr Montags geschlossen
Eintrittspreise Erwachsene: 8 Euro (ohe Gewähr) Ermäßigt: 4 Euro (ohne Gewähr) Kinder bis zum Alter von 14 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt.
Buchung von Gruppen- und Sonderführungen Tel.: 0049 (0)711 911 20911 Fax: 0049 (0)711 911 20356 E-Mail: info.museum@porsche.de
Gruppenführungen Geschlossene Führungen können für Gruppen von bis zu 20 Personen nach Voranmeldung gebucht werden. Buchungen werden ab Dezember 2008 gerne angenommen.
Sonderführungen Es wird ergänzend themenbezogene Sonderführungen zu wechselnden Schwerpunkten geben. Dazu gehören beispielsweise spezielle Führungen für Kinder oder Führungen zum Thema Architektur.
Audio-Guides Auf Wunsch erhalten Sie kostenfrei einen elektronischen Audio-Guide. Dieser ermöglicht es den Besuchern, die Ausstellung ganz individuell nach ihren eigenen Wünschen zu erkunden. Er enthält Tonmaterial zu Filmen, Informationen zu einzelnen Fahrzeugen sowie Bereichsinformationen zu Themeninseln und Arrangements. Selbstverständlich steht der Guide in mehreren Sprachen zur Verfügung.
Barrierefreiheit Alle Bereiche des Museums sind barrierefrei über entsprechende Auffahrten oder den Lift erreichbar. Bei speziellen Wünschen oder Anforderungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.