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Ruhmreiche Rennboliden: Die Sportwagen aus Zuffenhausen sind für viele Menschen weltweit der Ausweis eines erfolgreichen Lebens.

Ein Porsche war und ist weit mehr als die Summe seiner Teile und die Schönheit seiner Form. Er ist Mythos, Männertraum, ein mechanisches Idealbild, das Generationen überdauert hat. Seinem Besitzer attestiert die mehr oder weniger neidvolle Umwelt bis heute Geschmack, Lebensstil, technischen Verstand und - nicht zuletzt - Erfolg.

Das begann im Grunde schon im März 1950, als die ersten rundlichen Sportwagen auf den Markt kamen, die Modellreihe 356, technisch gesehen noch auf Basis des Käfers und damit nahtlos hervorgegangen aus der Idee der Volksmotorisierung.








Der Motorsport befeuerte den Mythos Porsche

Doch Firmengründer Ferry Porsche wollte von Anfang an mehr: "Meine Idee war immer ein kleiner, leichter Sportwagen, mit dem es gelingt, viel größere Autos hinter sich zu lassen", blickte Porsche später zurück. Da hatte der kleine Sportwagenhersteller in Zuffenhausen längst unzählige Siege auf den Rennpisten eingefahren.

Tempo und Kampfgeist, Sieg und Drama - am Mythos Porsche hatte der Motorsport von Beginn an den größten Anteil. Vielleicht auch, weil in den frühen Jahren nach dem Krieg der siegreiche David Porsche gegen die Goliaths der Sportwagenwelt eine ganz besondere, wenn man so will, saubere Art der nationalen Wiederauferstehung war. Zur Weltmeisterelf von 1954 lieferte Porsche mit seinen silbern glänzenden Rennwagen das Pendant auf der Straße.

Und die Übertragung der Triumphe auf die Produkte funktionierte reibungslos. Als Mitte der 60er Jahre - Porsche hatte sich bereits bis in die Formel 1 vorgewagt - der rundliche 365 vom schlanken und sehnig geformten 911 abgelöst wurde, begann die ruhmreichste Epoche der Markengeschichte, auch wenn das Unternehmen in der Folge manche Krise zu meistern hatte.







Das technische Maximum ihrer Zeit

Schon bei seinem ersten Sporteinsatz, der Rallye Monte Carlo 1965, siegte der Elfer, wie ihn Porsche-Freaks bis heute in Kennerschaft nennen, es folgten Jahr für Jahr weitere, meist stärkere Varianten nach, die immer eine Forderung erfüllten: Sie waren das technische Maximum ihrer Zeit.

Schon 1966 hatte ein 911S immerhin 160 PS zu bieten und lief an die 240 km/h. Dass der luftgekühlte, animierend geräuschvolle Motor dabei nach alter Väter Sitte noch im Heck saß, störte die Fangemeinde nicht, im Gegenteil: wer einen Elfer beherrschte, gehörte am Steuer zu den ganz großen Könnern. Elektronische Fahrwerkskontrollen waren ja noch in weiter Ferne.

Doch selbst die Baureihe 911 schien auf Dauer als Fundament der Marke nicht stark genug. 1970 lief der erste 914 mit Mittelmotor vom Band. Eine Gemeinschaftsproduktion mit VW, im Volksmund bald Volks- oder böser auch Maurerporsche genannt.

Zwar kein Ausbund an Faszination, dafür mit Einstiegspreisen ab 12.000 Mark bald ein Verkaufs-erfolg. Dennoch, zum Mythos Porsche trug am Ende nicht er bei, auch nicht die Vierzylinder-modelle 924 und 944 und noch weniger der massige 928, der 1979 mit Achtzylindermotor auf den Markt kam. Der Elfer blieb das Maß aller Dinge, und auf den Rennpisten reihte sich Sieg an Sieg.

Die Frage, ob Porsche unter dem Dach des Volkswagen-Konzerns mit seiner Eigenständigkeit auch die Strahlkraft auf die Fangemeinde und die globale Kundschaft verliert, ist dennoch nicht von vornherein negativ zu beantworten, auch wenn in Zuffenhausen bis zuletzt das Mantra der Unabhängigkeit beschworen wurde.









Vom Berlin-Rom Rennwagen bis zum Diesel Traktor...




1938 bis 1939 entstanden auf Basis des KDF Wagens im Konstruktionsbüro von Ferdinand Porsche 3 sportliche Coupes für die geplante Fernfahrt "Berlin-Rom". VW Bodenplatte und Radaufhängung wurden vom KDF Wagen übernommen und mit einer aerodynamischen ausgefallen Karosserie aus Aluminium versehen.

Der Vierzylinder Motor basierte auf dem VW-Käfer Triebwerk, wurde aber mit grösseren Ventilen, Doppelvergaser und höherer Verdichtung in seiner Leistung auf 50PS gesteigert. Der Typ 60K10 gilt als Vorläufer des 356, da er die prinzipiellen formalen und technologischen Merkmale vorwegnahm.





Vor dem Termin der Fernfahrt Berlin-Rom bracht der Zweite Weltkrieg aus, so das der Typ 60K10 nicht mehr zum Einsatz kam. Gebaut wurden drei Fahrzeuge, von denen nur eins den Krieg überstand.

Fahrzeug Nr. 1 in silber wurde 1939 vorgestellt und diente als Forschungs- und Entwicklungsträger von Porsche, bis es durch einen Unfall zerstört wurde. Nummer 2 diente zu Erprobungszwecken und als schnelles Transportmittel für die Familie Porsche. Es war in schwarz lackiert und besass Scheinwerfer- abdeckungen. Zusätzlich wurde ein zweiter Scheibenwischer montiert und die Rückleuchten wanderten an die seitlichen Kotflügel. Nach Kriegsende wurde es bei Porsche in Österreich beschädigt und als Ersatzteillager genutzt.

Den dritten Berlin-Rom Wagen kaufte nach 1945 der Österreicher Otto Mathé, der bis in die 1950er Rennen damit fuhr. Danach war Mathé mit seiner Rarität noch oft bis zu seinem Tod 1996 bei Oldtimer-Veranstaltungen zu sehen.








Der Sportwagen Porsche 356 Nr. 1 Roadster (Sport 356/1) war das erste unter dem Name Porsche gebaute Fahrzeug und die Konstruktionsgrundlage für den Porsche 356 das erste Serienmodell von Porsche.

Laut Porsche-Unterlagen begannen unter der Leitung von Ferdinand „Ferrry“ Anton Ernst Porsche den ersten Sportwagen mit dem Namen Porsche am 17. Juli 1947 im Porsche Werk Gmünd, wohin im November 1944 das Konstruktionsbüro vom Stuttgarter Firmensitz unter dem Namen Porsche-Konstruktionen-Ges.m.b.H. verlegt worden war. Die spätere Finanzierung dieses Projektes erfolgte ab 1949 aus einem Vertrag mit dem damaligen VW-Generaldirektor Heinrich Nordhoff. Das Abkommen sicherte Ferdinand Porsche eine Lizenzgebühr von fünf Mark je produziertem VW-Käfer (das entsprach ca. 0,1 Prozent des Bruttoverkaufspreises), Käfer-Teile für den Bau eines eigenen Sportwagens sowie dessen Vertrieb über VW-Händler zu. Folglich stammte auch der Großteil der technischen Komponenten vom Käfer.


Ferry Porsche in seiner Nummer 1 - (Foto Porsche AG) 



Die Basis des Prototyps war ein selbst gefertigter Stahl-Gitterrohrrahmen samt Fahrwerk des VW Käfer. Auf diese Plattform ließ Ferry Porsche eine selbst entworfen Karosserie aus von Hand über Holzformen getriebenen Aluminiumblechen montieren. Auch den luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor mit einem Hubraum von 1131 cm³ und einer Leistung von ursprünglich 24,5 PS lieferte VW aus Wolfsburg. Er wurde vor dem Einbau durch „Tuning-Maßnahmen auf eine Leistung von 35 PS bei 4000/min gebracht, und leistete ein Drehmoment von maximal 69 Nm bei 2600/min. Die Maschine wurde längs vor der Hinterachse eingebaut. Damit war der erste Porsche ein echter Mittelmotor-Sportwagen. Gebremst wurde er über vier Trommelbremsen.






Elf Monate nach Beginn der Arbeiten zum ersten Porsche erhielt der Roadster im Juni 1948 von der Kärntner Landesbaudirektion die Einzelgenehmigung zum Betrieb und startete am Dienstag, den 8. Juni 1948 mit dem Kennzeichen K 45•286 zu seiner Jungfernfahrt. Dabei erreichte der 585 kg leichte Roadster Geschwindigkeiten von bis zu 135 km/h, mit abgedecktem Beifahrersitz sogar 140 km/h.









Als Ferdinand Porsche nach seiner Entlassung aus 22-monatiger französischer Gefängnishaft das erste Fahrzeug mit dem Namen Porsche beurteilen konnte, das im Porsche-Werk Gmünd unter der Leitung seines Sohnes Ferry entstanden war, befand er das Ergebnis für absolut zufrieden stellend. Nach eingehender Betrachtung des Roadsters Nr. 1 soll er wörtlich gesagt haben: „Keine Schraube hätte ich anders gemacht.“





Später wurde der Wagen für 7000 Sfr. an den Zürcher Autohändler Rupprecht von Senger verkauft, der ihn für 7500 Sfr. an den ersten Porschekunden weiterverkaufte. Den Erlös investierte Porsche in den Bau neuer Sport- und Rennwagen.









1953 kaufte Porsche den 356/1 zurück. Das Fahrzeug steht heute zusammen mit einer Vielzahl von Porsche-Renn- und Serienfahrzeugen im Zuffenhausener Porsche-Museum zur Besichtigung.







Dieser Porsche ist heute der älteste serienmässig hergestellte Porsche.  Es gibt nur ein Fahrzeug, das älter ist, nämlich der oben gezeigte Mittelmotor-sportwagen Porsche Type N° 1.





Die ersten sechs Cabriolets wurden nicht in Gmünd gebaut, sondern bei der Karosserie Ernst und Fritz Beutler in Thun. Der 003 ist das einzige von 6 Beutler Cabriolets, das heute noch existiert.

Im Juni 1949 gewann Blank mit diesem wunderschönen Fahrzeug am Internationalen Concours d'Elégance des ACS eine Medaille. Das Reglement verbannte den Wagen zwar in eine Nebenkategorie mit bloss drei Teilnehmern, doch fand das Auto beim Publikum grosses Interesse.





Der 356/2 003 wurde nach Ägypten verkauft, gelangte aber auf Umwegen in die Schweiz zurück und ist seit über 40 Jahren im Besitz eines Berner Porsche Enthusiasten und -Historikers.




Weitere detaillierte Infos über den 356/2 003 finden Sie hier!







Ferdinand hiess das Stahlblech-Coupé aus dem Jahr 1950, welches die Belegschaft im neuen Werk in Stuttgart dem Professor Ferdinand Porsche zum 75. Geburtstag schenkte.





Das Coupé diente als Versuchsfahrzeug, wurde nicht geschont und mit immer neuen Technikdetails vom Querstabilisator über Gürtelreifen bis hin zur Zahnstangenlenkung bestückt.





Acht Jahre lang stand das ursprünglich schwarze Fahrzeug in Porsche-Diensten, lief in jeder Zeit 400'000 km und wechselte insgesamt sechsmal die Farbe.







Walter Glöckler war einer der ersten Volkswagenhändler in Deutschland. Vor dem Krieg gewann Glöckler als Amateur diverse Motorradrennen.

Für die Saison von 1950 liess er bei der Karosserie C.H. Wiedenhausen einen Rennwagen auf Porsche-Roadster-Basis aufbauen. Der erste "Glöckler-Porsche" hatte einen 1100ccm Motor mit ca. 60 PS.





Der 3. Glöckler-Roadster - von welchem die nachfolgenden Bilder stammen - hat eine Wiedenhausen-Aluminium-Karosserie und einen 1488ccm Motor mit 86 PS.

Im Frühling 1952 stellte sein Cousin mit diesem Rennwagen einen neuen Klassenrekord am Nürburgring auf (ohne Hardtop!) und gewann die Deutsche Meisterschaft.





Das Fahrzeug wurde Ende Saison in die USA an Max Hoffmann verkauft, welcher den Glöckler-Porsche mit einem Hardtop und Magnesium-Räder komplettierte.







Der einmalige "non-factory Rennwagen" wurde 1951 bei Heinrich Sauter gebaut. Der 1286ccm luftgekühlte Motor mit 2 Solex-Vergasern leistete bei 5500 Touren 60 PS.



















Vorläufer des America-Roadster benannten offenen Spyders auf dr Basis des 356 war ein von Heinrich Sauter (siehe oben..) nach eigenen Ideen umgebauter, renntauglicher Porsche. Etwa ein jahr nach dem Sauter-Porsche, Frühjahr 1952, baute die Porsche KG den ausschliesslich für den Export nach Übersee bestimmten "America-Roadster".

Die Bodenplatte entsprach der des Cabriolets, die durch weitere Verstärkungen nun auch die zu erwartenden höheren Beanspruchungen verkraften konnte. Aus dem selben Grund war die Karosserie aus Aluminium gefertigt und der Innenraum betont zweckmässig gehalten. Ohne Türverkleidungen, Steck- statt Kurbelfenster und Mager-Ausstattung wog diese erste "Rennvariante" eines Porsche 356 etwa 715 kg.

Der bei Heuer in ca. 16 Exemplaren gefertigte Roadster für US-Kunden glich dem 356 nur bis zum vorderen Radausschnitt. Die gepolsterte Einfassung des Cockpits war eine bewusste Annäherung an den Jaguar XK 120.





Die erste Serie besass ein Aggregat des Typs 527 mit 60 PS, die Zweite einen Motor vom Typ 528 mit 1488ccm und 70 PS.


















Eines der wenigen überlebenden Exemplare der Gmünd-Alu-Coupés ist dieses originale Fahrzeug des Österreichers Otto Mathé, der Ende November 1995 in Innsbruck verstarb.





Der Rennfahrer, Sammler und Tüftler bewegte es selbst bis in die neunziger Jahre. Weil er bei einem Motorradunfall seinen rechten Arm verlor, wurde das Alu-Coupé schon damals auf Rechts-
lenkung umgebaut, was es heute zu einem unverwechselbaren Unikat macht.









Der Wagen mit der Chassisnummer 063, der seinerzeit von Neumann pilotiert wurde, existiert noch. Um seine Konkurrenten schlagen zu können, veränderte Neumann nicht nur die Bremsanlage, sondern schnitt auch gleich das Dach ab. Eine Gewichtsersparnis von 45kg und die verbesserte Aerodynamik verhalfen ihm schliesslich zum Sieg.





Nach verschiedenen Besitzern gelangte der 356 schliesslich in den Besitz des Kaliforniers Chuck Forge. Während 10 Jahren wurde der Porsche fast täglich gefahren und 1981 dann einer Komplettrestauration unterzogen.





1982 fertiggestellt, gewann der seltene Porsche an den Monterey Historic Races den Diehard Award.





John von Neumann..







Das Alu-Coupé, das noch in Handarbeit entstand, gewann bei seinem ersten Start von Le Mans den ersten Klassensieg für Porsche.








Die Durchschnitts-geschwindigkeit betrug sagenhafte 140 km/h. Der Motor leistete 70 PS und verschaffte dem 356SL eine Höchstgeschwindigkeit von über 160 km/h.

Das Fahrzeug steht heute im Porsche-Museum.







Den Höhepunkt der sportlichen 356-Serie markierte Porsche mit dem Carrera GTL Abarth 1960, einem leichten GT Wagen, der bei Abarth in Turin montiert wurde. Der Porsche 356 B Carrera GTL Abarth erhielt eine von Franco Scaglione und Zagato gezeichnete, strömungsgünstige Aluminium-Karosserie, größere Fensterflächen und wog rund 140 kg weniger als der Serien-356.





Typisch für ihn sind dabei neben der sehr flachen Gesamterscheinung die vielen quer liegenden Kühlrippen auf der Heckpartie, die für eine gute Ventilation des Motorraums sorgten.





Als die CSI (Commission Sportive Internationale) beschloss, ab 1961 die Markenweltmeisterschaft nicht mehr für Prototypen, sondern für GT-Fahrzeuge (Vorraussetzung für deren Renneinsatz war eine Mindeststückzahl von 100 gebauten Fahrzeugen mit identischer Bodengruppe und gleichem Motor) auszuschreiben, sah sich Porsche mit dem Carrera Abarth in einer äußerst günstigen Ausgangsposition.





Die silbern lackierten Wagen erwiesen sich unter Fahrern wie Hans Herrmann, Herbert Linge, Edgar Barth oder Paul-Ernst Strähle als so überlegen, dass sie von 1961 und 1963 unangefochten den Weltmeistertitel für GT-Wagen bis 2.000 ccm nach Stuttgart holten.









Der erstmals auf dem Pariser Salon 1953 der Öffentlichkeit vorgestellte Porsche 550 Spyder mit dem von Dr. Ernst Fuhrmann konstruierten Viernockenwellen-motor war nicht nur auf Anhieb erfolgreich, er wurde auch wegen seiner ausgewogenen Form bewundert.





Die Einschalenkarosserie war aus Leichtmetall und lief vom Bug über die Kotflügel bis zum Heck in einer sauberen Linienführung.

Der luftgekühlte 1500ccm Vierzylindermotor, intern Typ 547 genannt, leistete zuerst 110 PS bei 7800 U/min. Er war dank unaufhörlicher Weiterentwicklung bis 1961 Porsches grösster Trumph im Sporteinsatz.

Anfang der 50er wurde in Mexico die Carrera Panamericana veranstaltet - ein Langstreckenrennen das über 3000 km quer durch das Land führte. Hier schrieb Porsche ein Kapitel Renngeschichte, ohne es zunächst zu wollen. In erster Linie ging es 1954 darum, die Leistungsfähigkeit des neuen 117 PS starken Motor mit vier Nockenwellen im 550 Spyder unter Beweis zu stellen.













                                                                                          ...steht heute im Porsche-Museum


Neu waren auch die externen Sponsorenbemalungen auf einem Porsche Werkswagen durch die Firmen Fletcher und Telefunken, die Rennleiter Huschke von Hanstein für den Einsatz in Mexico unterstützten.

Bekannt wurde der 550 Spyder natürlich auch durch den Schauspieler James Dean, welcher mit seinem "Little Bastard N° 130" am 30. September 1955 tödlich verunglückte...









Noch etwas teurer als ein zeitgenössischer Porsche 356 geriet der Wagen mit Aluminium-Karosserie, den die Gebrüder Fritz und Ernst Beutler 1957 in Thun fertigten: Stolze 14'950 Schweizer Franken kostete bereits das Basismodell mit Volkswagen-Technik (1192 ccm/30 PS).





Auf speziellen Kundenwunsch gings noch exklusiver: Mit Porsche-Komponenten. Unter der Beutler- Motorhaube leistet ein 75 PS-Triebwerk aus dem Porsche 356 A 1600 Super (Aufpreis: SFr 3'600) seinen Dienst; verzögert wurde mit einer Porsche-Bremsanlage (damaliger Aufpreis: SFr 1'200). So ausgerüstet erreichte der Beutler-Porsche - mit 3 Passagieren an Bord - eine Höchstge-schwindigkeit von über 160 km/h.





Die Gebrüder Beutler suchten gezielt die Lücke zwischen Volkswagen und Porsche: (fast) so geräumig und praktisch wie ein Käfer, (fast) so flink wie ein Porsche – und dabei so individuell in der Form wie zeitgenössische Exoten.




































Der Wagen wurde von einem gebläseluftgekühlten, im Fahrzeugheck eingebauten Vierzylinder-Boxermotor aus dem Porsche 356 angetrieben; zunächst in einer abgeänderten Version vom 1,5 und später vom 1,6-l-Modell. Dieser Motor hatte eine Leistung von 37 kW (50 PS). Bei einem Fahrzeuggewicht von 990 Kilogramm wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde erreicht. Für die Kraftübertragung sorgte ein 5-Gang-Getriebe mit zuschaltbarem Vorderradantrieb. Mit einem Radstand von 2.060 mm verfügte das Fahrzeug über eine Steigfähirgkeit von bis zu 65%.




Die selbsttragende Karosserie des Wagens für den erst noch glatten Prototypen wurde vom Stutgarter Karosseriewerk Reutther & Co gefertigt. Die spätere mit Sicken stabilisierte Version kam aus dem Hause karmann. Sie war in offener Bauweise mit einem Verdeck aus Stoff und drehstabgefedert gelagert. Es gab keine Türen, so dass die Fahrzeuginsassen über den Fahrzeugrahmen herüber ein- und aussteigen mussten; erst spätere Versionen hatten steife Türen. Die Karosserie ist aufgrund ihrer Bauform schwimmfähig. Die Modelle ab 1957 weisen eine stärker abfallende Frontpartie auf.

Der Porsche 597 Jagdwagen wurde wie auch der Typ 31 des Mitbewerbers Goliath nie durch die Bundeswehr für den Großserieneinsatz geordert, da für den Porsche die Produktionskosten zu hoch waren und das Werk in der angesetzten Zeit nicht die geforderten Stückzahlen hätte liefern bzw. die Ersatzteilversorgung nicht ausreichend gewährleisten können. Stattdessen wurde de MUNGA der Fa. Auto Union für die Bundeswehr ausgewählt. Ferner spielten bei dieser Entscheidung auch arbeitsmarktpolitische Interessen zugunsten der Auto Union eine Rolle.

Insgesamt wurden rund 70 Porsche 597 hergestellt, darunter zwischen 1955 und 1958 auch 49 Fahrzeuge (Fahrgestellnummern ab 597-000101) für den zivilen Markt. Die Entwicklungskosten für das Fahrzeug betrugen rund 1,8 Millionen DM. Im August 1959 gab es im Hause Porsche noch gedankliche Ansätze, eine weiterentwickelte 597-Variante mit verstärktem Plattformrahmen und einem verlängerten Radstand von 2.400 mm in fünf verschiedenen Karosserievarianten zu produzieren. Das Projekt wurde aber nicht weiter verfolgt.



Motordaten (ab 1955)

Hubraum: 1.582 cm3
Verdichtung: 6,5 : 1
Leistung: 37 kW/ 50 PS bei 4.000 1/min
Max. Drehmoment10,7 mkg bei 2.400 1/min
Vergaser: ZenithDoppel-Fallstrom-Geländevergaser

Quelle: Text und Bilder Porsche AG








Der Automobilbauer Porsche stellte als Porsche-Diesel Motorenbau GmbH Friedrichshafen in den 1950er und Anfang der 1960er Jahre Diesel-Traktoren her.

Zur Motorisierung der Landwirtschaft beauftragte 1937 auf Anregung von Adolf Hitler die Deutsche Arbeitsfront Ferdinand Porsche mit der Entwicklung eines landwirtschaftlichen Kleinschleppers, der die Landwirtschaft als Volkstraktor motorisieren sollte, parallel zum Volkswagen, der die Massenmotorisierung der Bevölkerung ermöglichen sollte.


Diesel Super...



Mit einem luftgekühlten Zweizylindermotor bei einer Leistung von 11 PS war dieser für den bäuerlichen Mittel- und Kleinbetrieb gedacht und sollte in einem neuen Traktorenwerk bei Waldbröl, der Heimatgemeinde von Robert Ley, in Großserie produziert werden. Aufgrund des Zweiten Weltkrieges kam es aber nur zur Herstellung von Versuchsfahrzeugen.


Typ 122...



Der Porsche Traktor entstand aus der Weiterentwicklung des Volkstraktors und 1950 zunächst in Zusammenarbeit mit der Uhinger Firma Allgaier Werke GmbH, ab 1956 mit dem Mannesmann-Konzern in einem Montagewerk in Friedrichshafen. 1962 legte man die Fertigung von Traktorenbau von MAN mit der von Porsche zusammen. 1963 verkaufte man die Traktoren-Sparte von Porsche an Renault.

Die Produktion der Traktoren, von denen 1961 16.000 Stück verkauft werden konnten, wurde am 15. Juli 1963 eingestellt.

Quelle: Text und oberes Foto Wikipedia